2te … Aus der Jugendzeit


 

Was war vorher?  Vor der Wohnungssuche?

Die Zeit des Kennenlernens

Es war einmal…so fingen früher die Märchen an.

Damals als wir uns kennen lernten, der Vater meiner Kinder und ich, das war beinahe wie im Märchen.

Meine Bekannten sagten mir oft, dass ich gut aussehe. Sie fanden meine langen dunklen Locken beneidenswert und passend zu meinen braunen Augen. Nun es machte mich jedes mal glücklich aber nicht eingebildet. Mit 19 Jahren freut sich auch heute noch jedes Mädchen über Komplimente. Zu dieser Zeit waren die meisten jungen Menschen sehr schlank. Meine Freundin war kleiner als ich, eine blauäugige Blondine.

Jeden Sonnabend traf sich die Jugend zum Tanz. Eigentlich war es nur eine verräuchert, stinkende Bierkneipe bevor wir sie eroberten und zu einem unserer Treffs machten. Eine kleine Laienband , junge Männer, spielte dort für etwas Kleingeld zur Unterhaltung auf. Es gab Ende der fünfziger Jahre für die Jugend noch nicht viele Möglichkeiten um sich zu amüsieren. Das Land war immer noch im Aufbau, es gab nach dem Krieg noch sehr viel zu tun. Die vielen ausgebombten Häuser und die Wohnungsnot. Da wurde gebaut, abgerissen und gebaut. –

Es war Sonnabend und wir hatten uns recht heraus geputzt. Meine Freundin liebte enge Röcke aber heute hatte sie sich für ein helles, blaues Kleid mit weit schwingendem Rock entschieden. Beide waren wir zum aller ersten mal mit dem neuestes Trent der Modewelt bekleidet. Es war der nicht ganz preisgünstige Petticoat. Mir war nach einem kleinen schwarzes Oberteil zum bunten, weiten Rock. Dazu hatte ich einen goldschimmernden Metallgürtel um. Ich fand den Gürtel wunderschön. Das ich den entdeckt hatte, das war ein Zufallstreffer. Mein Vater war strickt dagegen und fand, dass ich mir doch wie ein Gurkenfass, mit Ring , vorkommen müßte. –

Ja zu dieser Zeit lernten sich die jungen Menschen noch direkt kennen, persönlich von Mensch zu Mensch. Nicht so wie heute per Internet oder Kontaktanzeigen. Beim Tanzen kennen lernen das war am beliebtesten auch am leichtesten. Junger Mann forderte junge Frau einfach zum Tanzen auf. Kamen sie erst einmal in ein Gespräch, dann entschied die Sympathie, ob man ein zweites Tänzchen wagte. Klappte das nicht so gut dann wurde auf den nächsten Tänzer gewartet oder auf die Damenwahl.-

In dem kleinen Kino ging das auch mit dem Kontakte knüpfen. Die Preise waren damals noch erschwinglich. Gab es mal einen Film der nicht so gut lief, dann lies uns der Kinobesitzer auch schon mal zum 1/2 Preis rein. Das war dann seine Reklame. Ausserdem wußte der Kinobesitzer genau warum wir seine 18:00 Uhr Vorstellung besuchten.

Heute kaum zu glauben, aber wir kannten das Ehepaar persönlich. Das Kino gehörte den beiden. Es waren sehr nette Leute und so um die 50 Jahre alt. Sie verkaufte oder verschenkte die Karten und sorgte auch für den geordneten Einlass. Ihr Mann führte die Filme vor. Manchmal gab es noch einen Kurzfilm als Zugabe.

So, wieder zurück in die Kneipe zum fröhlichen Beisammen sein.

Wir tanzten viel und kamen so richtig ins schwitzen. Die Toiletten waren eine Etage tiefer, im Keller. Gerade hatte ich mich etwas erfrischt, kam gerade von unten herauf. Die Wendeltreppe war schmal und es gab starken Gegenverkehr. So kam es dass, mir ein junger Mann an der letzten oberen Stufe Platz machen mußte. Ich sah ihm ins Gesicht und war ganz einfach … hin und weg. Mittelgroß, schlank und sein schmales Gesicht wurde von einer dunklen Lockenpracht betont. Schweigend setzte ich mich an den Tisch, trank erst einmal einen großen Schluck Wein. Rauchte eine Zigarette ohne zu bemerken was ich da tat. Ich war noch bei der Begegnung. Meine Freundin holte mich dann wieder in die Gegenwart zurück. Sie wollte wissen was plötzlich mit mir los war. Einen Augenblick schwieg ich noch vor mich hin dann erzählte ich ihr was mir passiert war. ,,Hach,“ lachte Marianne, ,, du hast dich verknallt. Das ist Anderen auch schon passiert.“

Der Rest des Abends verlief wie immer, tanzen, tanzen, unterhalten. Es war laut und lustig.

Gerade hatte ich versucht zu tanzen. Der Junge war kein Tänzer nur ein betrunkener Lümmel den ich ganz einfach auf der Tanzfläche stehen ließ. Auf dem Weg zum Tisch wurde ich von zwei kräftigen Armen wieder eingefangen und auf die Tanzfläche geschoben. Ich sah auf, sah in das Gesicht des Tänzers. Das konnte ich jetzt kaum glauben. Es war *ER*!!! Der dunkel gelockte junge Mann, von der Treppe. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass er mich überhaupt nicht wahrnahm. Seine Augen waren auf mein Gesicht gerichtet aber er sah mehr durch mich hindurch.

Mitten im Tanz, urplötzlich lies er mich stehen, verlies die Tanzfläche und das Lokal. Mein Gesicht muß Bände gesprochen haben. Meine Freundin lachte mich aus. Ich war geschockt. Das war mir noch nie passiert.-

An einem der nächsten Tage traf ich auf dem Weg zu meiner Freundin, zufällig einen Bekannten. Ein unsympathischer  Mensch, überall unbeliebt. offensichtlich kannte er den Vorfall von dem Tanz und von dem Vorfall auf der Tanzfläche und wohl auch den jungen Mann. Wir grüßten uns kurz und dann drängte er mir seine Meinung, sein Wissen auf. Im vorbei gehen rief er mir zu, dass der Kerl schon in festen Händen sei. Mir stockte der Atem vor Schreck. Mir war diese Angelegenheit recht peinlich. Kein Mädchen mag es wenn, sie so einfach während des Tanzes stehen gelassen wird. Ich hatte diese Peinlichkeit erfolgreich verdrängt, wurde nun an dieses unangenehme Erlebnis, so einfach auf der Strasse erinnert. Eilig setze ich meinen Weg fort.-

Nach Wochen, ich hatte das Tanzparkett Erlebnis und den jungen Mann nicht mehr vergessen können, da trafen wir an der Bus Haltestelle auf einander. Mir wurde heiß vor Aufregung und auch vor Wut die mich jetzt überkam.Bisher hatte mich noch kein Mann einfach auf der Tanzfläche stehen lassen.

Wir sahen uns nur schweigend an, gingen aneinander vorbei. Ich konnte den Mann einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Wir begegneten uns in den nächsten Wochen immer wieder einmal. –

Es war wieder ein Sonnabend. Meine Freundin Marianne und ich wir suchten uns schnell einen Tisch, nicht zu nahe bei der Kapelle aber mit dem Blick auf die Tanzfläche. Es war wie immer gerammelt voll und alle wollten eben einen guten Platz  bekommen. Die Serviererin ging von Tisch zu Tisch um die Bestellung aufzunehmen. Wir bestellten uns wie immer jeder eine kleine Flasche *H. M.*

Ach ja, inzwischen gab es den neuesten Tanz. Den Rock`n`roll. Der war so ganz anders als Walzer. Ein verrückter Tanz der sich mehr und mehr durchsetzte und immer beliebter wurde.

Meine Erinnerungen für euch

erice-lilo

 

 

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